Technik



You said Clapton, I say what

Der nun folgende Artikel steht unter dem Zeichen des großen Schutzheiligen der populären Musik: Eric Clapton.
"Warum?" werden Sie fragen - hier die Erklärung:
St. Eric verdanken wir Gitarristen den Ton, also nicht nur einfach den Ton, sondern d e n Ton. Dank Eric's Starrköpfigkeit beließen die damaligen Toningenieure des "Beanoalbums" den Ton so wie er war, laut, verzerrt und unverschämt. In einer Zeit, in der Tontechniker noch mit weißen Kitteln agierten und Hank Marvin den "guten" Ton vorgab, ein absolutes Novum. Natürlich hatte auch St. Eric für seinen Gitarrenton ein Vorbild, aber ich bitte Sie, wer kennt heute noch Freddy King? Diesen schwarzen Bluesman covert kaum einer, doch an Clapton kommt man nicht vorbei .Alle von Clapton gecoverten Songs, wie z.B. "I Shot The Sheriff Crossroads" oder "Cocaine" sind untrennbar mit ihm verbunden. Die Originalinterpreten Bob Marley, Robert Johnson und J.J. Cale verdanken ihre Popularität größtenteils Eric's Coverkunst. Zwar war er immer ein gefälliger(!) Spieler, aber was er für die Gitarrenzunft tat ist in schnöde Worte kaum zu fassen. Gut, Jimi Hendrix gab der Musik die Wildheit, Jimmy Page den Mystizismus, Toni Iommi die bleierne Schwere, aber überall dem thront Eric Clapton. Eric brachte die Gibson Les Paul zurück ins Rennen, machte Marshall populär und erhob, auch wenn er es nicht begründete, "Unplugged" zu einer Kunstform.
Nicht zu vergessen die Fender Stratocaster, die Dank Claptons "Blackie" einen zweiten Frühling erlebte. Ich schreibe dieses nicht als Clapton Fan. Meine Wertschätzung für diesen störrischen Briten kam recht spät, aber mittlerweile schließe ich mich den Massen an die ihn verehren. Wie gesagt, man kommt an ihm auch nicht vorbei. Fast überall werden seine Hits interpretiert, ob die Cream Phase oder die Solojahre, alle wollen, alle kriegen Eric. "Layla, White Room, Wonderfull Tonight, Sunshine Of Your Love, Forever Man, Badge" und "Tears In Heaven" sind unser Rüstzeug. Johlend wird getanzt, andächtig gelauscht oder hemmungslos der Schmuseboogie zelebriert und wir, die wir ihn covern, verstehen für den Nanobruchteil einer Sekunde, die Umschreibung "Womantone"! Frauen mögen, nein, Frauen lieben Eric. Wissen Sie watt? Mit Recht! Er, der uns so viel gab und so viel mehr erlitt, kann gar nicht hoch genug gelobt werden. "Clapton Is God!" hieß es einst und hat von seiner Wahrheit nichts verloren. Ein Gott ist Eric fürwahr, aber einer von der liebenswerten Sorte. Darum sei es mir hier vergönnt mein Glas zu erheben auf dich: "Auf Eric".
PS
Das erwähnte Beanoalbum heißt im Original: "John Mayall's Bluesbrakers with Eric Clapton".
Auf der Plattenhülle sind John's Bluesbraker zu sehen, die sitzend in die Kamera schauen. Alle, bis auf Eric. Der liest ein Beano Comicheft und war somit titelgebend. Da Plattenhüllen allgemein auch als Cover bezeichnet werden, konnte ich mir zugegebenermaßen dieses kleine Wortspiel nicht entgehen lassen.
PPS
Liebe Kollegen von der hochgeschätzten Fachpresse:
Hier ist nun ein Artikel über den unbestritten größten, weißen Bluesman. Ich weise voller Stolz darauf hin, dass nicht ein einziges Mal der Name Joe Bonamassa Erwähnung fand. Nicht das ich Joe Bonamassa nicht mag, aber die Omnipräsenz des sympathischen Amis in den landläufigen Musikgazetten geht mir schlicht und ergreifend aufs Skrotum.
Long Life The Free Press

Michael Krampe




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