The Great Mother „The Great Mother“ (Eigenproduktion 2012)

Och-zieh-dent zum Schädel-Städel hinaus - muss eh um Müttern-acht nach Haus, oh-rien-te-vas-plus! Georg Lenhardt alias Sir G spottet jeder Beschreibung, wenn er wie ein junger Gott mit bonhämischer Bohème trommelt. Salome aus dem ersten Stück weiß vermutlich gar nicht, wie ihr geschieht - sie muss einfach tanzbeinschwingend die Hosen wackeln lassen. Der tribale Tribut der meisten Nummern geht nicht auf Nummer sicher, sondern in die Vollen. Ein Hyper-Hybrid aus John Bonham und Tim Alexander könnte nicht überzeugender grooven, einfach dacapokalyptisch! Die restlichen martialischen Matriarchalen nennen sich wie folgt: Udo Hemmann (Bass, Stimme), Sergey Dunaev (Gitarre, Sitar, Stimme), Mark Szakul (Keyboards). Sie zelebrieren absolut frischen Cinemascope-Rock mit großartigem Mutterwitz, denn die immer wieder aufblitzenden anti-quarischen Zitate aus der Siebziger-Kommode sind so gut in die Songs eingeflochten wie braune Pfeifenreiniger in Tingeltangel-Bobs Frisur, der damit als Rein-car-nation von Mr. Marley durchgehen würde. Die überzeugend eingesetzte und akzentuiert gespielte Sitar trägt ein übriges dazu bei, dass man sich wohlig in die ausgetüftelten Kombo-sitz-ionen fallen lassen und nimmer landen möchte. Pan Tau heißt mit Vornamen Peter, das ist mal klar. Solche Mugge besitzt in der Zeit vermehrt handgemacher Klänge Gefälligkeits-Schnittmengen-Potential: Hit-Hot mit Stil! Anlässlich des letzten Liedes „Water Echoes“ fällt mir siedend heiß der Plan der EU ein die Trinkwasserversorgung mit allen Konsequenzen hinsichtlich Preis und Qualität in private Hände zu geben - da hilft nur eines: right2water.eu Überhaupt sind die Texte sehr lesenswert und alles andere als Pseudo-Scat-Silben. Sollte man haben, um sich diese EnergiePille wieder und wieder reinzupfeifen, garantiert ohne Nebenwirkungen!

Frank Bender



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