Sydän Sydän "Au" (Nordic Notes, VÖ: 27.04.2007)

Ganz am Anfang glaube ich, auch nach mehrfachem Hören immer noch, der leider vergangenen Genialtrolltruppe Höyry Kone zu lauschen. Aber nur am Anfang. Dann wird aus dem krachlauten Album mit 30 (!) Songs ein schräges Finnenwerk, das Trolle und Metal in der Suppe hatte. Tomi Flyckt, Jutto Minerva, Mikko Reponen und Tuomas Skopa (sind die finnischen Namen nicht herrlich!?!) haben, scheint's, jede Menge Schrulligkeit. Die Ideen sind ihnen beim Freiluftbaden im Wald gekommen, wo sie den Mädchen nachgestiegen sind. Da mussten sie Humor beweisen, um auf dem Moos nicht allein zu liegen. Schließlich waren sie so gut darin, dass sie eine Band gegründet haben und allen Witz in ihre schrägen, humortriefenden, kratzigen und eingängigen Popmetalsongs gelegt haben.
Die Stücke sind allesamt (bis auf den letzten) rotzekurz und flipperflott. Zwar sitzt hier und dort auch mal eine herkömmliche Idee zwischen den vielen Tracks, das macht aber nix weiter. Zum einen gibt es viele gute Songs, zum anderen sind die herkömmlichen schnell wieder vorbei.
Also Replay, noch mal von vorn. Der Höyry-Kone-Auftakt und dann die Abgedrehtheit des finnischen Humors. Dabei ist nur 0,4 Prozent Polka, der Rest ist Rock. Und sicher, so wie es im Pressezettel steht, könnte man es verstehen: Primus, Beatles und Kaizers Orchestra haben ihren Virus hier eingegraben, aber auch Marsu, Tiikeri und Hirviö, und letztere haben einfach witziger klingende Namen, oder? Um was es sich dabei handelt, müsst ihr schon selbst rauskriegen. Hört rein und empfindet Freude, grüßt den Nachbarn, wascht das Geschirr mit glänzenden Augen ab und streichelt das Monster. Nix Silence is the new loud, Silence is broken, loud is the new loud!

VM



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