Roine Stolt "Wall Street Voodoo" (InsideOut Music, VÖ: 11.11.2005)

…und ist er mal nicht mit seiner Stammcombo am Werkeln, so bastelt er still nebenbei…
Ladies and Gentlemen: Roine Stolt, seines Zeichens Gitarrist, Sänger, Graphiker und Komponist, Workaholic durch und durch und nicht so ganz schlecht mit Ideen ausgestattet, der, nicht ganz nebenbei erwähnt, einige freundliche Freunde hat, die ihm zur Seite springen, wenn er mal mit anderen Leuten musizieren will, als mit seinen Angestellten im Blumenladen. Hasse Bruniusson (perc) ist involviert, Marcus Liliequist (der neue Flower Kings Drummer), Neal Morse (lead-voc, key, org) und drei Unbekannte, oder eher nicht Unbekannte, unter Pseudonym arbeitende Musikanten, die auf Grund bestehender Verträge zur Mitarbeit in dieser Sache wohl offiziell verhindert sind, aber nicht die Finger davon lassen konnten. Wer sind sie? Ein bisschen Nervenkitzel kann die CD nur voran bringen - und das kann sie gebrauchen. Denn die Musik ist angenehm. Typisch Roine, es geht gemütlich zur Sache. Selbst wenn die Band rockt, klingt sie immer noch entspannt. Das hat der Mann mit Eric Clapton gemein, der Wohnzimmerrockmusik schon vor 30 Jahren gespielt hat und damit schwer erfolgreich und noch schwerer reich wurde.
Das mit dem schweren Reichtum wird wohl nix mehr, aber Roine wird klar kommen, immerhin hat sich seit 1994 (so lang ist das seit "The Flower King" schon wieder her!) herumgesprochen, dass da ein fabelhafter Musiker aktiv ist, dessen Beiträge (trotz aller Entspanntheit) doch sehr angenehm rocken können.
Die 16 Songs auf den beiden CDs von "Wall Street Voodoo" sind kein Symphonic Rock. Roine Stolt frönt einem anderen Hobby: dem Bluesrock. Die Songs sind funky, bluesig, heavy und doch ganz und gar Roine Stolt. Seine Gitarre, seine Stimme, seine Ideen und harmonischen Auflösungen diverser Problemparts in den Songs - so vieles in den ausgedehnten Songs ist typisch Roine Stolt, das Symphonic Rock Freaks "Wall Street Voodoo" wohl ebenso annehmen werden, wie seine anderen Alben.
Roine Stolt hat eigene Songs komponiert, die aber stilistisch an Peter Green, Jimi Hendrix, Robin Trower, Allman Brothers, Cream und diverse (Rock- und Country-) Bands der 70er Jahre, seine Vorbilder und Helden, angelehnt. Nicht alle Songs sind dabei gleich gut geworden. Manche Stücke sind einfach zu lang, so der allerletzte Track "People That Have The Power To Shape The Future"; andere, wie "Hotrod", "Dog With A Million Bones" oder "Spirit Of The Rebel" könnten auf Grund ihrer starken Komposition ruhig ausdauernder (und verrückter gespielt) sein.
Und wer jetzt skeptisch ist: es gibt immer noch genügend "progressive" Bestandteile, die facettenreiche Ecken und Kanten in die Songs brennen und die komplette Produktion interessant machen.

VM



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