SILJE NERGAARD "Darkness Out Of Blue" (Emarcy / Universal) VÖ: 27.04.2007

Das kennt wohl jeder: Es ist Abend, du kommst nach Hause, ein anstrengender Arbeitstag liegt hinter dir, zum Durchatmen war kaum Zeit. Aber jetzt! Du versinkst in deinem Sofa, einen Drink vor dir. Fehlt nur noch der passende Sound. Mein Tipp: Silje Nergaard. Bereits nach Track Nummer eins ist vom Arbeitsstress fast nichts mehr zu spüren. Du schwebst mental durch den Raum, durchs Fenster, über die Stadt… Schuld an dieser Verzauberung ist die 40-jährige Norwegerin, die beeits in Skandinavien, aber auch andernorts einen Namen hat, der für eingängigen Vocaljazz steht. Alle Jazz-Hasser bitte weiterlesen, denn "Darkness Out Of Blue" ist keine typische Jazzplatte! Gut, es gibt jazzige Strukturen, die aber vom anspruchsvollen Popappeal und folkigen Elementen überlagert werden. Und dann diese Stimme: sanft, gefühlvoll, melancholisch, auch mal schwungvoll. Immer irgendwo zwischen kindlicher Naivität und Sexappeal oszillierend.

Drei Jahre sind vergangen seit ihrem letzten Studioalbum. Drei Jahre, in denen Frau Nergaard sich neu orientiert hat, (noch) offener geworden ist für verschiedenste musikalische Einflüsse. So finden sich auf "Darkness Out Of Blue" sogar brasilianische Anklänge ("Who goes there") und ein wenig Gospel ("How Are You Gonna Deal With It"). Und noch einen weiteren Schnitt hat die Norwegerin mit dieser Platte gemacht: Nach sechs erfolgreichen Jahren mit ihrer alten Combo hat sie sich eine neue Band gesucht, die mit Sicherheit einen Anteil am neu ausgerichteten Sound hat. Und dieser Sound ist trotz des Albumtitels nicht düster.

Silje Nergaard hat mit "Darkness Out Of Blue" den perfekten Soundtrack zum "Runterkommen" geschaffen. Aber die Scheibe macht auch Spaß, wenn man bereits entspannt ist - genau so wie in einer verrauchten Bar.

siljenergaard.com
Stefan



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