Michael Gill "Blues For Lazarus" (ProgRock Records, VÖ: 09.02.2010)

Pianist Michael Gill bringt mit "Blues For Lazarus" sein Solodebüt unters Volk. Und obschon im Titel ‚Blues' zu lesen ist und solcher hier ab und an auch zu hören ist, geht es in den 10 Songs um weitaus mehr. Technisch-instrumental sind die Songs erstklassig eingespielt, was an einer langen Reihe perfekt geübter Musiker liegt, darunter Dave Weckl, sie haben sehr schöne Arrangements, die Jazzrock und Progressive Rock leichtfüßig miteinander verweben und ausgedehnten Instrumentalparts ein lebhaft-virtuoses Innenleben geben.
Die Songs sind keine Komplexkracher, sondern entspannt taffe Tracks, wohl erdacht und anspruchsvoll, wenn auch keine Avantgarde, so doch längst kein Mainstream, satt und vollmundig gespielt, und mit dem besonderen Kick ausgezeichnet.
ProgRock Records gibt sich die Ehre, die CD zu veröffentlichen, so wird das Labelprogramm reicher und bekommt seine jazzige Erlesenheit. Mit "Here Comes The Flood" ist ein Peter Gabriel Cover dabei, das hier klingt, als wäre es schon als funky Jazzrock geschrieben worden. Michael Gill ist Songwriter, und doch sind seine Songs ausführlich auf Instrumentalarbeit angelegt; in den zwischen dreieinhalb und 8 Minuten langen (und überwiegend längeren) Songs geht es nett und ansprechend zur Sache. Die Rhythmusabteilung verdient besondere Beachtung, wohingegen manche spitze Keyboardpartie etwas typisch neo ist, sich in der Masse damit jedoch nicht durchsetzen kann. Michael Gill liebt zuerst das akustische Piano, dann die elektrischen Keys, letztere haben mehr Off-Effekt im Backingbereich.
Nicht ohne Schatten, vor allem im die CD abschließenden Popsong, und nicht ohne viel nett erlesenes Licht!

progrockrecords.com
VM





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