Scott McGill/Michael Manring/Vic Stevens "Addition by Substraction" (Free Electric Sound)

Das Label bewirbt "Addition by Substraction" mit Aggressive Progressive - a classic for fans of heavy progressive rock, metal and fusion. Die drei Musiker sind allesamt im Jazz und Progressive Rock bewandert. Bassist Michael Manring hat solo gearbeitet, etliches im Jazz getan und zwischen Progressive und Avantgarde Rock mit Attention Deficit brachiale Grenzen gezeichnet. Scott McGill, Jazzgitarrist mit starkem Rockfaible, hat in der Echolyn-Zwischensequenz Finneus Gauge die Gitarre im Erbe von Gentle Giant gespielt. Vic Stevens hat etlichen Sessions beigewohnt. Ein gewisser Neil Kernon bedient die Loop-Technology, was auch immer das heißen mag, zu hören ist davon nichts. Als spezieller Gast ist der Dream Theater-Keyboarder und illustre Session-Musiker Jordan Rudess, der Jazzrock bereits mit Dixie-Dregs-Leuten spielte, im Boot. Spannende Voraussetzungen! Die 14 Stücke sind schwer jazzbetont. Vor allem McGills Gitarre rast mit metallischem Ton durch vor allem disharmonisches Melodiegut. Bassist Manring, bekannt für ultratrockenes Spiel, reizt erstaunlich melodische Linien aus, während Schlagzeuger Stevens diese berstendes Virtuosität mit schwerer Hand zusammenhält. Keine leichte Musik, die ihre wenigen beschwingten Momente aus der Tastenarbeit von Rudess erhält, ein freundlicher Lichtblick im ansonsten schwer düsteren, noch schwerer abstrakten und ganz schwer unmelodischen JazzProg. Selbst Jazzrock-Fans dürften ihre Schwierigkeiten haben, "Addition by Substraction" zu mögen. Weder gibt es Höhepunkte, agogische Zentren oder ausgeflippte Passagen. Das komplette Album hält sich emotional zurück und beschreibt vielmehr introvertierte Kompliziertheit. Anspruchsvolles, hohes Niveau, das keine Motive einbezieht, die die Songs höreinfach machen. Wer jedoch auf knochentrockenes, hochkompliziertes Geknüppel steht, erlebt hier seinen Höhepunkt.

scottmcgill.com

VM



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