Mangrove "Coming Back To Live" (Mangrovian Music 2006)

Gerade erst im letzten Jahr hatten die Symphonic Rocker Mangrove das hinreißende "Facing the Sunset" veröffentlicht, mit gerade einmal 4 Stücken darauf, die zusammen fast 60 Minuten ausmachen. Mangrove bekamen den "ProgAward" dafür. Die 10 Songs, die auf den beiden CDs des Live-Albums enthalten sind, wurden während der "Facing The Sunset" Tour im Gigant im heimischen Apeldoorn, Holland, am 4. November 2005 (und nicht, wie es im Booklet steht, 2006) aufgenommen.
Die 7 kürzeren Songs auf CD1 sind älteres Material, das von den ersten beiden Studio-CDs der Band stammt. Die Stücke sind nicht "auf komplex" arrangiert, sondern strahlen entspannte, melancholische und nachdenklich poppige Lyrik aus. Zart und fein sind die Songs aufgebaut, eingängig und sanft. Die melodischen Motive werden von der äußerst dezenten Gitarre und dem harmonisch weichen Keyboard gespielt, Bass und Schlagzeug bauen ein kerniges Gerüst darunter. Keyboardfreunde werden ihre Freude haben, Chris Jonker an den Tasten schafft ein weiches, leicht dunkles, symphonisch-lyrisches Flair, das die ganzen Tracks über erhalten ist. Hier gibt es nichts Raues, Hartes oder Schräges. Mangrove spielen Neoprog auf Genesis-Basis, viel leichter und eingängiger als das Vorbild, unterhaltsam, klug und erwachsen.
Auf CD2 geht die Band etwas forscher zur Sache. Zwar bleiben Mangrove stets im harmonischen Bereich, schaffen Kuschelatmosphäre und Pathos. Aber die kompositorischen Ideen sind deutlich reifer und reicher. Harmonische und motivische Brüche, instrumental ausufernde Klanglandschaften und überraschende Auflösung der Motive machen das Konzert zum Erlebnis. Schöne Arbeit für Fans des harmonischen Symphonic Rock.

mangrovemusic.nl
VM



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