Les Tambours du Bronx "Fukushima mon amour" (XIII Bis Records, 17.08.2012)

Les Tambours du Bronx, seit nun schon 25 Jahren aktiv, aus 17 Musikern bestehend, die auf Tonnen trommeln und dazu Samples und Electronics einmixen und ‚singen' - ‚spielen' einen donnersatten Mix aus Industrial, Afrobeat, Drum'n'Bass, HipHop, Metal, Hardcore, Electro und Techno. Monotonie und Virtuosität geben sich auf hochgepeitscht emotionalem Rock- bis Ethnosound mit technoidem Rhythmusschwarm die Hypnoseintensität.
Einzigartig die Ästhetik der Band: wie Schamanen, die sich in Trance begeben, spielt das große Ensemble die Tonnenbeats, kraftvoll von ebenso rhythmischen und harmonischen/ästhetischen Sounds unterhoben, die die einzelnen Songs in ihren typischen Stil bringen: Indianerstimmen hier, Metalgitarren und Schlagzeug da, fetter Technorhythmus dort, Electronic-Sounds allerorten. Bis auf einige wenige Tracks, die das Ensemble allein spielt (etwa "no control head").
Auf guter Anlage kommt der Sound der Live-CD schon schwer beeindruckend an, längst indes aber nicht, wie im Konzert. Dieses Manko macht die etwa 90 Minuten Film enthaltende DVD wett: sehr gute Ergänzung zur fast 80 Minuten langen CD! Muss ein gutes Gefühl sein, als Instrument einen oder zwei Holzschläger in Händen zu halten und damit in der großen Besetzung - gemeinsam - zu spielen. Videotechnisch beeindruckend eingefangen macht die Show ungemein Spaß, ist kurzweilig wie nur gute Filme es sind und zeigt eine in aller Freakigkeit konzentrierte, hart arbeitende Band. Zwischendrin sind immer wieder Filme zu sehen, die die Band unterwegs zeigt, denen Aussagen/Gespräche der Bandmember (in französischer Sprache) unterlegt sind. Sieht nicht aus wie irgendeine Band, sondern wie die eingeschworene Gemeinschaft, die ihre Show gar und ganz lebt.

VM



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