Kraan "Flyday" "Dancing in The Shade" "Live 2001" (1978, 1990, Revisited Rec. 2005)

Der Kraan Katalog auf Revisited Rec., Teil 2. In der ersten Serie waren "Wiederhören (1977), "Nachtfahrt" (1982) und "Live 88" (1988) wieder veröffentlicht worden. Nun folgen die nächsten drei Alben. Wieder geht Revisited Rec. nicht systematisch vor.
"Flyday" hat noch den Hauch der frühen Kraan. Gewiss war der funky Jazzrock schon etwas harmonisiert und besänftigt, aber die instrumentale Ausarbeitung der Themen im alten Stil verschnörkelt und hochmelodisch erfolgt. Zu den 8 originalen Songs der LP ist "Gayu Gaya" in 9-minütiger Livefassung gekommen, das zwar auf einem zu hörenden Rauschton läuft, aber dennoch guten Klang hat. Die Vitalität und Energie des Livetracks ist fabelhaft.
"Dancing In The Shade" ist ebenso digital remastert worden wie "Flyday". Im Digipack mit Hochglanzdruck auf dem Frontcover, informativem Booklet mit Story und diversen Bildern und Bonustracks ist die Kraan Serie inhaltlich wie äußerlich sehr ansprechend umgesetzt worden. "Dancing In The Shade" kann gut rocken, hat aber ebenso viele leise Motive drauf. Statt Ingo Bischof und Udo Dahmen sind Joo Kraus (tr, key, EVI, dr-prog) und Jan Fride (dr, wieder) an Bord. Die Songs scheinen instrumental intensiver zu sein. Hattlers Bass, ebenso melodisch aktiv wie Gitarre und Keyboards, kommt gut zur Geltung. Sein ganz eigenes, rhythmisch und harmonisch akzentuiertes Spiel ist vor allem in den leiseren Songs überwältigend. Als Bonus gibt es drei Demoversionen von den Albumtracks "Dancing In The Shade", "Good Enough" und "Polarity". Der Klang der CD ist außerordentlich klar, der Klangraum weit, alle Instrumente und Töne kommen sehr gut zur Geltung. Der Sound ist rund, hat Volumen und große Höhen, das Remastering ist hier vollkommen gelungen.
"Live 2001" beinhaltet Aufnahmen der 2000 reformierten Kraan in der Besetzung Hattler, Wolbrandt, Bischof und Fride. Titel 1 bis 6 sind auf dem Herzberg Festival, 7 bis 11 auf dem International Donau Festival Ulm im Jahr 2000 aufgezeichnet worden. Ich war damals auf dem Burg Herzberg Festival, die Stimmung war grandios, ebenso das Konzert. Das ist auf der CD fabelhaft eingefangen. Sound und Energie der Band kommen gut an. Dicht umringt war die Bühne auf dem Herzberg, Kraan waren kein Stück nervös, sondern legten von vornherein vital und selbstbewusst los. Enthalten sind auf der 70-minütigen CD alte und ganz alte Stücke. "Andy Nogger" ist mal wieder dabei, ebenso wie "Nam Nam", "Yerk Of Life" und "Hallo Jaja - I Don't Know". "Dinner For Two" ist ein illustres Bass/Keyboard - Unisono-Duo, tollster Song ist "Yaqui Yagua", dessen Jazzmotiv mit Hingabe schön lange zelebriert wird.
Bleibt zu hoffen, dass neben den weiteren späteren auch die ersten Kraan-Alben in dieser Serie realisiert werden.

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VM



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