Mike Keneally Band "dog" (Exowax Recordings 2004)

Na endlich! 1999 Nonkertompf. 2000 das fulminante Dancing. 2001 Wooden Smoke. Danach konnte man ihn reichlich live sehen. Good old europe hatte den Musikermusiker immer wieder eingeladen. Da gab es in Holland Nonkertompf live mit großem Ensemble, das zu sehen war eine große, erschöpfende und bereichernde Erfahrung, dieses Werk ist gigantisch! Dancing hatte zwar ein paar poppige Motive drauf, war aber verflixt gut, ausgeklügelt, kompliziert und mitreißend. Beer For Dolphins sind Geschichte, nach seinem größtenteils Solostück Wooden Smoke hat er sich so lange herumgetrieben, das keine Zeit für das Studio blieb. Oder doch? Cuneiform veröffentlichte kürzlich (und hoffentlich auch bald in Europa) eine 2CD (über die ich noch absolutamente nix weiter sagen kann), auf der Mike mitspielt. Er hat anderen Musikern geholfen, und ist als Studiomusiker an, Hölle noch eins, etlichen Alben beteiligt. Nonkertompf live wird es jetzt wohl doch nicht auf CD geben. Wie Grateful Dead und andere Bands hat Mike Keneally nichts dagegen, wenn das Auditorium Konzerte mitschneidet und auf Nachfrage vervielfältigt. Aber neues Material ist endlich veröffentlicht worden. "dog" erscheint auf 2500 Stück limitiert mit DVD, darüber hinaus gibt es nur noch die CD-Ausgabe. Zu Keneally(g, key, voc) gesellen sich der Pflichtbassist Bryan Beller, seit Jahren Keneallys Begleiter, auch im Duo in den Clinics, dazu mit Rick Musallam (g, voc) ein Rest der Beer For Dolphins und Spocks Beard-Trommler Nick D´Virgilio (der in den Thank You´s meint: I would also like to thank this band which has given me some of the best musical experiences of my life) sowie ein paar Gäste.
DVD: Studioschnipsel, Konzertmitschnitte live und im Wohnzimmer, Making of Dog, Keneally-Kommentare, Bonus Audio Tracks und mehr. Schönes Teil, das man sich nicht entgehen lassen sollte, allein die Konzerte sind die DVD wert, auch der Dolby Digital 5.1 Surround Mix des 6. Songs der CD, "Physics".
CD: 11 Songs, straighter als "Dancing". So klingt es zumindest. Beim genaueren (und öfteren) Hinhören macht sich die Komplexität des Werkes bemerkbar. Zwischen Jazz und Rock werden hier neue Claims ausgehoben. Forsch geht das Quartett zur Sache, selbst in den leiseren, balladeskeren Songs. Wühlt sich durch ein, typisch Keneally, ungewöhnliches Harmoniegemenge, das solch außergewöhnliche Songs wie "Louie", "Pride Is A Sin", Quatsch, alle 11 Songs gebiert. Hört euch nur "Choosing To Drown" an oder das 15minütige "This Tastes Like A Hotel". Alle Achtung, das ist heftiger Stoff. Ob nun avantgardistisch, liedhaft, rockend, direkt oder verschlungen, Keneally hat wieder einen neuen Kosmos eingenommen. Absolute Empfehlung!

keneally.com
exowax.com
VM



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