Michael Katon "MK" (Provogue Records, VÖ: 06.02.2006)

Was haben Status Quo und ZZ Top gemein? Die Konkurrenz von Michael Katon. Zwar beackert der Boogieman from Hell das Feld des harten Boogie-Blues auf ganz eigene Art und Weise und kommt den beiden genannten Bands dabei wenig nahe, aber wer nur Geld für eine CD hat und vor der Wahl hat, sollte unbedingt erst einmal in diesen Heavyrocker reinhören. Der guckt auf dem Cover, als wollte er mit seinen bloßen Augen davon berichten, was die Hölle des Boogie-Blues im Heavyrock anstellen kann, wie verfallen man diesem irre geilen (mit Verlaub!) Sound sein kann. In der alltäglichen Trübsal der gemeinen Unterhaltungsmusik ist ein Mann wie Michael Katon eine Herausforderung für die Ohren. Die Songs sitzen stramm wie zwei Colts am Gürtel, lassen keine Sekunde locker und genießen Härte und Schnelligkeit wie Melancholie und Zurückgenommenheit. Das ist, als wollte man Slow Food wie Fast Food fressen (Pardon Part Two!), oder besser, als hätte man die positivste Droge gefunden, die den geschundenen Bürger-Alltag mit göttlicher Inspiration füllt, die man nicht erst selbst umsetzen muss, sondern mit dem Genuss der 10 Songs auf "MK" einnimmt.
Musik hat keine Grenzen. Wer das versteht und offenen Sinnes ist, kann in der Vielfalt der Stile und der Tiefe der diversen Möglichkeiten unendliche Erlösung vom rasierten und kurz geschorenen Dasein finden. Nicht, dass Michael Katon DER technische Gitarrist ist. Nein, es ist sein Gespür für die sumpftiefe Auslotung seiner Ideen, die Härte und Dramatik seiner Kompositionen, die intensive Auslieferung an den fetten, triefenden Boogierock. So heißen seine Songs denn auch "Need It Awful Bad (Tribute to JH and RT)" oder "In the Land of Rock'n'Roll", "Dirty Thang" oder "Diablo Boogie". Gebt euren Kindern fürs Kino und eurer Frau für einen langen Männerstripabend ausreichend Geld, verjagt die Nachbarn, holt 'ne Kiste Bier und ein paar lange, dicke Zigarren und lasst die Anlage kochen!
Boogie from Hell ist eine bessere Therapie als neumodischer Ayurveda-Scheiß. Den nächsten Tag übersteht ihr gewiss, mit heißen Tüchern auf der Stirn und einer kühlen Dusche. Da flog einst diverse Materie durchs All und formte allerlei Gestirne. Das Resultat sind fürs Brötchen monatsbezahlte Demokratiebürger, glaubt ihr nicht auch, dass da mehr ist?!?

VM



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