Jordi Kuragari "Traveller" (CorleeMadMusic/KS Music 2012)

"Traveller" ist ein typisches Ein-Mann-Projekt-Album. Jordi Kuragari erweist sich als inspirierter Komponist mit Sinn für elegische, symphonische, eingängig-poppige und nachdenkliche Arrangements. 14 Songs sind auf der CD, die über eine Stunde füllen. Zu Beginn - und zwischendrin immer wieder einmal - scheinen die Songs reine Singer/Songwriter-Stücke zu sein, in denen ein vitales Gitarrensolo als instrumentale Krönung steht. Die Songs sind einfach, leise und melancholisch. Überhaupt ist die nachdenklich düstere Note Kuragaris kreative Empfindung. Im Booklet ist er mehrfach auf zwei Doppelseiten abgebildet, und da wirkt er zugeknöpft, verinnerlicht, entrückt, etwas unnahbar, verletzlich. Der Kanal nach außen: seine Songs.
Handwerklich technisch gibt es kaum etwas auszusetzen. Mancher Track wirkt in seiner instrumentalen Struktur etwas hölzern und platt, da fehlt Leben und Energie, Virtuosität und freche Rasanz - wie es oftmals bei Ein-Mann-Projekten der Fall ist.
Nach den ersten Singer/Songwriter-Songs, die immer dezent poppig und sehr eingängig sind, folgen einige symphonische Stücke, die stark Neoprog-getränkt sind, allerdings kaum bombastisch oder großartig orchestral, vielmehr mit ambienter, sanfter Note verwehen. Als zumeist einziger herzhafter Anteil gibt es hier und da Gitarrenriffs, wenn ein Song dann tatsächlich einmal etwas härter und saftiger zur Sache geht, und die feinen Gitarrensoli in den einzelnen Stücken.
Der überzeugendste Track ist das akustische Gitarrenstück am Ende der CD. Verträumt, elegisch, nicht aufgesetzt und pathetisch, sondern zurückhaltend, scheu und sehr lyrisch. Wie vermutlich Jordi Kuragaris Welt überhaupt.

VM



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