HUSH PUPPIES "The Trap" (Faith Records / V2 RECORDS / Rough Trade)

Wenn man bei einer beliebten Internetsuchmaschine "Hush Puppies" eingibt, landet man zunächst bei einem Schuhhersteller/-anbieter. Weiter unten stößt man dann auch auf eine Band gleichen Namens. Die kommt aus dem Baguette- und Rotwein-Land und singt weder französische noch macht sie typische französische Musik (was auch immer das sein mag). Das Debüt-Album, "The Trap", ist schon eine ganze Weile im Heimatland erhältlich, inzwischen auch bei uns. Endlich! Denn diese Combo ist eine schicke Entdeckung.

Stilistisch sind die Hush Puppies keine Pioniere, (Retro-)Rock ist bekanntermaßen nicht erst seit gestern angesagt. Nichtsdestotrotz ist es natürlich nicht verboten, sich in diese musikalische Richtung zu begeben. Ohne Anklänge an die üblichen Verdächtigen geht es denn auch nicht bei den französischen Endzwanzigern: Arctic Monkeys, The Hives, Maximo Parků Aber - und das ist der Bonus bei den Frankorockern - sie machen ihre Sache so selbstbewusst und authentisch, dass man schnell die Konkurrenz vergisst. "You're gonna say Yeah!" hat bereits die Nicht-Kommerz-Radios im Sturm erobert, Ähnliches sollte auch mit "Pale Blue Eyes" und "Single" - übrigens tatsächlich die aktuelle Auskopplung - möglich sein. Und dann sind da noch die weniger schweißtreibenden Stücke, etwa "Competine" oder das Fast-A-Capelle-Stück "Automatic 6".

Die Hush Puppies beherrschen verschiedene musikalische Facetten und haben hörbaren Spaß bei ihrer Arbeit. Außerdem können sie verdammt gute Power-Rock-Pop-Kracher stricken. Also mal den Blick wegbewegt vom britischen Rock-Eiland hin zu den französischen Schuh-Rockern und: You're gonna say Yeah!

Stefan



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