Gold "Oregins S.F. 11970" "Mission Rock" (1969-71, World In Sound 2002/03)

"Wild Style Rocking" steht im Booklet von "Oregins S.F. 1970". Und so rocken Gold, die vom Baron Leo Kulka (R.I.P.) gefördert und unter Vertrag genommen wurden, denn auch. Die Band, die damals eine der Angesagtesten der San Francisco Szene war, hatte zu ihrer Zeit zwar kein Album eingespielt, was ein großes Handicap war, aber jede Menge Songs. Live spielten sie mit Ten Years After, Big Brother and the Holding Company, Mike Bloomfield und Hot Tuna in den beiden großen legendären Hallen der Stadt: Fillmore West und Winterland.
17 Stücke sind auf der "S.F. 1970" zu hören. 9 rattenscharfe Studioaufnahmen, 1969/70 in Los Angeles und 8 Songs, die live am 03.03.1970 im Fillmore West aufgezeichnet wurden. Blues, Heavy Rock sowie Einflüsse aus Folk und Jazz vermengt die Band in fabelhaft wilden, aufgedrehten Songs. Gold gehörten zu den typischen Westcoast Bands. Viele Gruppen spielten damals diesen Sound, und Gold machten ihre Sache sehr gut. Die Songs sind einfallsreich und die handwerkliche Arbeit an den Instrumenten toll. Vor allem kann die Gitarre sich austoben, aber ebenso gibt es mal ein Basssolo oder die Wildheit der ausgeflippten Rhythmuscrew zu hören.
Klangtechnisch sind die Aufnahmen zwischen gut und authentisch zu nennen, es gibt nichts zu meckern, aber besonders sauber und satt sind die Klänge nicht. Dafür entschädigt die Heavyness und Frische der Band in den 78 Minuten vollkommen.
Bereits 2002 hat das Label World In Sound ein 1971er Konzert der Band in San Francisco veröffentlicht. 13 Songs (68 Minuten) lang rockt die Band sich durch ihr Programm. Vor allem die Gitarrensoli sind beeindruckend: schräg, heavy, rotzig und schön ausgedehnt. Neben Bass und Schlagzeug hat die Rhythmusabteilung Congas und Latin Percussion als Verstärkung. So klangen auch Malo und Santana in ihren Frühphasen. Instrumental geht die Post ab, die Vokalparts singt Robin Sinclair, die längst nicht die Reibeisenstimme hat, die Janis Joplin so unvergleichlich machte, sich in der Band mit der Soul gefärbten, lauten und harten Stimme aber gut durchsetzen kann.
Die Liveaufnahmen haben kein Bootleg Niveau, aber, logisch, auch keine Studioqualität. Wie auf der anderen CD der Band gilt: die musikalische Qualität entschädigt für den ohne größere Einschränkungen anhörbaren Klang.
Beide Produktionen haben jeweils ein dickes Booklet mit ausführlicher, nicht doppelter Story der Band und etlichen Bildern. Schön, dass Gold in der Form wieder auferstehen, nachdem sie sich 1973 aufgelöst hatten. Einige Stücke waren verschollen und sind das erste Mal seit über 30 Jahren wieder zu hören.
Die Aufnahmen auf den beiden CDs sind auch als luxuriös produzierte, sündhaft aufwändige und materialintensive, traumhaft schöne LP zu haben. Hier wurde ganze Arbeit geleistet, zur Freude der Sammler.

VM



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