Florian Gleichmann "Basssix" (Eigenproduktion 2008)

Dass ich das noch erleben darf! Endlich mal eine regio-nahe Produktion. Noch dazu eine, die für verschiedene Hörerschichten kompatibel und qualitativ als sehr gelungen zu bezeichnen ist. Der Bruchsaler Florian Gleichmann (Bass, Bässer, am Bässten) zimmerte mit Unterstützung von Alex Fies und Uwe Kleiber (Schlagzeug), Uwe Kleiber, Derek Haufen, Jochen Weier und Daniel Henecka (Keyboards), Marco Vincenzi (Saxophon) sowie Rainer Böhm, Bertram Baumgärtner und Michael Werle (Gitarre) ein wohliges Klanggebäude, das sowohl für grooveorientierte Nebenbeihörer gehobenen Anspruchs als auch für detailverliebte Intensivhörer, die nicht nur hyperkomplexen Stoff an ihre Trommelfelle lassen, verschiedenste Logiermöglichkeiten bietet, ohne sich anzubiedern. Jeder Ton-Raum bietet eine andere Aussicht und oftmals wecken die rein instrumentalen Stücke, die stets liedhaften Charakter, ja bisweilen gar lyrische Momente besitzen, Assoziationen an Filme, die im Kopf des Rezipienten ablaufen. Stilistisch breit gefächert, von zart blau mollig bis hin zu tief purpur gestreiften Gitarrenriffs erstreckt sich die tonale Palette, die allerdings niemals die Grenze zum düsteren Schwermetallland überschreitet. Elemente aus Klassik, Jazz und Funk tanzen mit Rockstrukturen in harmonischer Eleganz und wirken dabei äußerst vitalisierend, selbst wenn die Tempi partiell fast schon als elegisch zu bezeichnen sind. Diese CD ist meines Erachtens ei-ne rundum positive An-gelege-nheit, die (nicht nur) in jedes Osternest passt; einzig der relativ artifizielle Schlagzeugsound trifft nicht unbedingt meinen Geschmack. Trotzdem bin ich schon jetzt sehr auf das Nachfolgealbum gespannt.

floriangleichmann.de
Frank Bender





Zurück