Fitzcarraldo - FITZ (Baxxbeat Music, 19.11.2012)

Das jüngste Album zeigt Fitzcarraldo als Phönix nach der Asche als 5er: Ulrich Kaindl (g), Jan Maier (g, voc), Daniel Stenger (g, voc, keys, Laptop), Heiko Hümpfner (dr, voc), Matthias Pistner (b, voc). Als Gastsprecherin im melancholischen Off auf "All the Things" kam Julie Wirts-Gruß (schöner Nachname), (und klar, sehr schöner Vorname!) ins Studio. Sieben Tracks sind auf "FITZ". Das Album ist als MP3 oder 12 Inch Vinyl erhältlich, zusammen bringen es die Tracks auf etwa eine halbe Stunde, 4 Tracks sind auf der "Dark Side", drei auf der "Light Side". Die Band nennt ihren Stil Post-Rock/Art-Rock, beides trifft zu, wobei der klassische "Art-Rock" - Begriff fehlleitet. Die Songs haben Stoner-Echo, Sludge ohne Metal, oder besser mit hauchdünn Metal und unsagbar viel tief pendelnder Melancholie. Elegisch und langsam fließen die Stücke dahin, wobei die Tracks auf der ersten LP-Seite weniger melancholisch wirken, in ihrer verschleppt düsteren Art eher noch als Rocker durchgehen und krachigen, lauten Gitarrensounds fett Basis geben. Was Gesang, ist erstklassig in seiner nonchalant dunklen Stimmführung, kaum gewöhnlich und von tiefer Eingängigkeit.
Nicht die den Songs zu Grunde liegenden Kompositionen sind das Besten an ihnen selbst, sondern die vielen kleinen, zahllosen Soundspielereien von Gitarren, Laptop, Tasten, die Songentwicklungen, dynamischen Verschleppungen und Gesangsideen, der Schwung hat Magie und aus wenig geschieht ganz viel. Manch komische Idee hat ungemein Flair, etwa der Beginn von "How Did We Get Here" - und wie die Band ihren Song daraus bastelt. Keiner dreht auf, alle sind konzentriert und der Song bleibt leise, wie fast alle Songs, ohne indes gebremst zu wirken. Alles ist Spannung und - hört euch den Anfang von "All the Things" an, nein, den ganzen Song. The Master of FITZ! Zuletzt weht noch einmal dynamischer Rock ins Geschehen und "Embrace" geht auf.

VM



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