Depressive Art "Bye bye dear everything" (Wonderland Records 2007)

Jetzt endlich, in der zweiten Jahreshälfte 2007, veröffentlicht die schwedische Psychedelic Rockband Depressive Art ihr Debütalbum. 10 Songs sind darauf enthalten, die den Geist amerikanischen Psychedelic Rocks in der aktuellen schwedischen Rocksprache präsentieren. Will sagen, Depressive Art orientieren sich nicht an der just angesagten Neo Psychedelic Mode, sondern stürzen sich auf die Originale aus den Jahren 1966 bis 1969, denen sie ihren ganz eigenen, technisch exzellenten Stempel aufdrücken.
Harmonische Chorgesänge, harte Gitarren, komplexe, druckvolle Rhythmen, verspielte Kompositionen, witzige Instrumentalparts und diese ganz besondere Sangesstimme geben den verhallten, nervösen, melancholischen, verträumten, druckvollen Songs diese reizende Eigenart. Depressive Art sind Klas Bohlin (lead-voc, back-voc), Rassol Raissi (dr), Christian Haglund (b, back-voc), Joakim Adriansson (g), Sanjin Pejkovic (lead-g, back-voc) und Torbjörn Georgsson (key, back-voc). Unter Mithilfe einige Gäste, unter anderem an Trompete und Perkussion, haben sie dieses versponnene Album aufgenommen, dessen Booklet sich mit einer Tapete schmückt, deren Zeitgeist auch aus den Songs spricht. Lebensfrohe Unbefangenheit, melancholische Versonnenheit, erwartungsfrohe Aufgewühltheit sprechen aus den Songs. Lange Instrumentalpassagen sind nicht das Ding der schwedischen Band. Zwar gibt es hin und wieder einige längere Instrumentalparts, die aber nicht mit komplexen oder krachigen Details ausgefüllt sind, sondern die Stimmung der schönen Gesangspassagen weiter tragen, episch, lyrisch. Lediglich der 10. Track, "On solid ground, Part 2", der mit dem Song davor, seinem ersten Part, über 9 Minuten lang ist, verliert sich als langes Instrumental in den endlosen Weiten der harmonischen Rockmusik. Bewegend, was die Band hier spielt.
Zwar geschieht nichts Außergewöhnliches, Überraschendes, Überwältigendes. Es sind die Ideen der Songs an sich. Wenn die CD beginnt, legt sich die Erwartung, die Songs in dieser ihrer eigenen Art sind die Erfüllung. Es braucht keine Instrumentalschlachten, keine Ausgefallenheit. Die Stimmen, Gitarrensounds, Rhythmen und Orgelklänge in ihrer Gemeinsamkeit sind das Besondere der Songs, der Band. Und Depressive Art - das kommt aus den Songs nicht wirklich hervor. Eher die wohlige Düsternis verträumter, entspannter Melancholie.
Die Musik verlangt nach Repeat!

VM



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