Case In Theory "Cinematic" (Eigenproduktion 2011)

Die Band selbst meint sich zwischen Alternative Rock, Progressive Rock und Indie Rock, schon die eröffnende Doom-Gitarre lässt mich hinzufügen: Doom-Prog. "Cinematic" ist ein glückliches Produkt der Unterstützung durch Kickstarter, die Band stellte sich vor, sammelte Geld ein und machte sich, als die notwendige Summe verfügbar war, an die Arbeit, ihr Album einzuspielen. Die 11 Songs machen 37:09 Minuten voll, sind modern und zeitgeistig, klingen frisch und kraftvoll, haben dezente Prog-Einflüsse weniger historischer mehr 90er Prägung im Blut, viel Alternative, viel zackig kraftvollen Rock, die technische Einspielung geht indes auch mit Pop konform, obschon die Songs von so komplexem Aufbau gerade im rhythmischen Bereich sind, dass nur zu staunen bleibt, dass die vitale Energiemaschine Case In Theory so locker und eingängig gelungen ist.
Jonathan Posadas (voc, g), Tadeo Ramirez (g), Jamin Bracken (dr) und Ben Everett (b) bekamen 114% der Summe zusammen, die sie benötigten, genau 4.585 $, innerhalb 45 Tage war alles zusammen, was nötig war und die geübte Band ging ins Studio. Ein Glücksfall der modernen Rockmusik: da saß ein Mann an den Reglern, der von Sound viel Ahnung hat und den Songs eine Frische und Räumlichkeit gibt, wie sie selten ist. Die Songs leuchten, haben Energie und sind viel entspannter, fröhlicher und kraftvoller, als es das Cover zeigt, das als buntes Gesicht der Musik kaum fehlerhafter sein könnte, aber doch ebenso von der Lässigkeit der Band spricht: ist halt so!
Nach dem ersten Doom-Gitarrensound bleibt nichts wie zuerst. Die Songs werden in aller deftigen und keineswegs schlichten, eher komplexen Arrangementsprache schick eingängig, liedhaft und von vielfacher Idee geprägt. Rhythmische Finessen, krasse Gitarrensounds mit Jazz im Background, schräge, eigenwillige Soundideen - alles zusammen auf der Basis groovebetonter Poprocksongs, das Album ist nicht nur kurz, es fühlt sich kürzer an: kurzweilig. Und "Cinematic", das ist deutlich zu hören, ist nur der Anfang. "Wir hoffen, dass die Leute die Passion und die Liebe spüren, mit denen wir die Songs eingespielt, die wir in die Songs gesteckt haben. Wir treten kontinuierlich auf, schreiben neue Songs und hoffen, dass unsere musikalische Reise viele Mitfahrer einladen wird."
Nur zu!

VM



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