Tony MacAlpine Bunny Brunel Dennis Chambers Brian Auger Patrice Rushen "CAB4" (Mascot Records 2003)

Nachdem die Band im Jahr 2000 gleich 2 Alben veröffentlichte, auf denen sie technisch versierten, komplexen Jazzrock spielten, gibt es jetzt, 2003, ein drittes Album. "CAB4" nennt sich es sich, 11 Stücke darauf, von hartem Jazzrock über Jazz-Fusion bis Popjazz eine Menge Musik, die große Spielfreude offenbart. Brian Auger ist wieder dabei, wie bereits auf dem 2. Werk, und Patrice Rushen, die mit ihrem Piano die weichen, sanften Töne in den harten, funkigen Jazzrock einkuschelt. Immer noch sind MacAlpine, Brunel und Chambers an technisch komplizierter und ausdrucksstarker Musik interessiert. In den Kompositionen steckt schon sehr viel Potenzial, doch was die Band in Improvisationen oder die Einzelnen in Soli daraus machen, ist eine wahre Pracht. Hin und wieder schleichen sich seichte Töne ein, was in diesem Zusammenhang nicht besonders glücklich gewählt scheint und an die 80er Jahre denken läßt, als Fusion sich totgedudelt hatte. Auch sind in einige Songs Percussion Loops eingebaut, die den Rhythmus (der hier wie überall im Jazzrock gerade dann am besten klingt, wenn er extrem komplex gespielt wird) zu groovigem Pop verleiten. Manche Idee wird zu sanft umgesetzt, genannte Patrice bringt an zum Glück wenigen Stellen fast schon Wartezimmer-Atmosphäre ein. Die Lässigkeit trügt hier und da, ich hoffe, der Band ist dieses Gratwandern bewusst, etwas süßer noch und das Publikum, das nun mal durch aufregendes Spiel verwöhnt werden will, verzieht sich. Doch die Band sieht sich vor größeren Senftöpfen vor und kehrt immer wieder zu Vitalität und Energie zurück. Die hohe Ambition wird in grandiosen melodischen Läufen und energetischem Spiel deutlich, vor allem, wenn MacAlpine, der sich teilweise erstaunlich zurückhält, die Songstruktur bestimmt und grandiose Komplexität virtuos zeichnet. Dennis Chambers sei Dank für seine komplizierten Rhythmen, mit denen er die Songs mit einem fabelhaften Gerüst untermauert und für die dynamischen Ausbrüche, mit denen er Brüche in den Songs markiert oder Unisono-Passagen der Melodie-Instrumente vitalisiert. Bunny Brunel fährt tolle Bass-Soli auf, Brian Auger ist mit Lust und Muße dabei. Die komplette Band funktioniert perfekt, die Lust an der Musik, am Instrument und gemeinsamen Spiel wird stets deutlich. So macht das Album trotz der kleineren Einbußen viel Spaß. Nur warum haben sie das Album "CAB4"" benannt? Ist "CAB3" ein Fehlschlag geworden?

bunnybrunel.com
tonymacalpine.com
dennischambers.com
brianauger.com
patricerushen.com
mascotrecords.com
VM



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