MacAlpine Brunel Chambers Auger "CAB 2" (Tone Center)

Gerade ist der Erstling in Europa veröffentlicht worden, da folgt der Nachfolger "CAB 2". Zum Trio Tony MacAlpine (g, keyb), Bunny Brunel (bs, keyb) und Dennis Chambers (dr) ist Hammond-Urgestein Brian Auger gestoßen. Musikalisch hat sich einiges getan. Brian Auger läßt die Musik aus dem nervös komplexen Jazzrock mehr in Richtung fette Fusion kippen. Manche Songs, gerade das abschließende "Sunday" klingen etwas belanglos, fad und tingelig. Einige Keyboardpassagen sind arg soft und süß, der Rhythmus nicht unbedingt von der Dennis Chamber eigenen rasanten Vitalität. Die Gitarre plärrt, die Harmonie säuselt vor sich. Als würden sie sich endlos anlächeln, bis das Grinsen im Gesicht zur Maske erstarrt ist. Doch das ist nur ein Teil dieses interessanten und reichhaltigen Albums. Natürlich ist Dennis Chambers, der große "Unbekannte", wie in allen seinen vielen Projekten von farbigem Spiel, ist MacAlpines Gitarre hart rockend und technisch komplex wie fulminante Basssoli Brunel hervorragendes Spiel attestieren. Nicht zuletzt liefert Brian Auger neben dem breiten Arsenal typisch jazziger Akkorde scharfkantige Soli. Das Album ist von Süße und Schärfe durchzogen, die komplexen Brachialitäten lösen sich in harmonischer Schönheit auf, spannende Lyrik birst in heftigem Rock. Es ist nicht zu trennen, ob ein Song nun vitaler oder lässiger, kraftvoller oder softer ist. Die zumeist langen, rein instrumentalen Stücke durchgehen bebende, lebendige Strukturen, die Höhen und Tiefen offenbaren. Das Quartet erweist sich als spielsicher und humorvoll. Das Ende von "Sunday" dudelt vor sich hin, als das Tempo absackt und der Song ausleiert. Der Gag rettet den Song. Der Erstling "CAB" war härter und dynamischer. "CAB 2" ist stiller und auch typischer, lebt aber dennoch in vielen wunderbaren Melodien.

VM



Zurück