Brainstorm "Bremen 1973" (Garden Of Delights 2002)

Wenn von frühem Jazzrock aus Deutschland die Rede ist, kann es kein Vorbeikommen an Brainstorm geben. Zwar existierte die Band nur von 1972 bis 1975, gab nur 2 LP ("Smile a while" 1972 und "Second smile" 1973) heraus, tourte aber unablässig und wurde so bekannt. Die Geschichte der Band ist in den CD-Veröffentlichungen ausführlich nachzulesen. Im letzten Jahr ist bereits ein Konzertmitschnitt auf CD erschienen, der aufzeigt, wie gut die Band live gewesen war. Nun folgt mit "Bremen 1973" die Veröffentlichung des Konzertes am 23.06.1973 in der TH Bremen. Es gibt zwar Überschneidungen, trotzdem sind beide CDs empfehlenswert. Gerade das fast 80minütige "Bremen 1973" macht viel her. Die Band arbeitete flüssig, sehr dynamisch und homogen aufeinander abgestimmt. Die teils überlangen Songs vergehen wie im Flug, es ist eine große Freude, der lebhaften Spielfreude, den temperamentvollen Improvisationen, dem trotz aller Kompliziertheit lässigen Groove zuzuhören. Das geht mit "Zwick Zwick", "Das Schwein trügt" und "You´re the one" gut an und bleibt bis zum abschließenden "Snakeskin tango" vital und kraftvoll. Vor allem "Snakeskin tango" ist ein Paradebeispiel für makellosen, witzigen und faszinierenden Jazzrock. Doch auch die 15minütige Improvisation im Anschluß an das knarzige "Hirnwind" ist vom allerfeinsten. Hier greifen Jazz und Rock ineinander, dass die resultierende Symbiose nicht gelungener zu nennen ist. Schade nur, dass Brainstorm nach dem Austieg von Jo Koinzer, der "schrägere" Sachen spielen wollte, mehr in die leichtere Ecke driftete und dort schließlich auch versandete. Roland Schaeffer und Eddy von Overheidt arbeiten heute noch/wieder zusammen. Mal sehen, was aus dieser Schmiede kommt. Der Auftritt wurde von Radio Bremen mitgeschnitten. Dort wurden die Bänder sehr gut aufbewahrt, so dass von weiteren Bands Konzert-CDs folgen können, so von Dzyan, Eiliff, Embryo, Missus Beastly und RMO.

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VM



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