Blindside Blues Band "Long Hard Road" (Grooveyard Records 2006)

Vorn am Bühnenrand steht das Gitarrentrio, weiter hinten der bodenständige Bass und das aufgeregte Schlagzeug. Chefgitarrist und Sänger Mike Onesko, der das Gros der Songs geschrieben und die Songs produziert hat, steht in der Mitte zwischen Scott Johnson und Bill Gressock. Sobald der Gesang aussetzt, bekämpft sich das Trio, jeder will der erste Solist sein und so sind die Songs rasant und scharf wie Paprika. Die Rhythmusgang Michael Barrick am meditativ ruhigen Bass und Emery Ceo am differenziert, aber nicht technisch gespielten Schlagzeug halten das Trio im Zaum, lassen sich aber hin und wieder anstecken, eine blitzschnelle Passage virtuos abzufeuern.
Die Blindside Blues Band lässt es auf ihrem neuen Album gut krachen und geht das geliebte Terrain Bluesrock hier um einiges härter an. Während einer der 3 gitarristischen Hitzköpfe metallisch harte Riffs spielt, solieren die beiden anderen in manchem Song von Anfang bis Ende, selbst in den Gesangspassagen hält sich keiner zurück und stopft Country Blues oder harten Rock in die Strophen. Die Lyrics kann man getrost als Folklore betrachten, so wie die 3 Cowboyhüte auf Glatze und Langhaar im Booklet. Die Songs sind einfach strukturiert, die Energie der Songs findet ihren Höhepunkt im Überdruckventil der Gitarrensoli. Gewiss ist die Blindside Blues Band nicht so originell wie es die Erfinder des harten Bluesrock Anfang der 1970er waren. Aber sie haben ein gutes Gespür und blasen kräftig Sturm. Wenn sie die traditionellen Bluespfade verlassen und sich markante Rockstücke einfallen lassen, steht den nicht mehr ganz so jungen Rockern gewiss noch ein nettes Karrierchen ins Haus.

VM



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