Art Of Infinity "Dimension Universe" (BSC Music 2004)

Mehrfach spielte ich "Dimension Universe", ohne die technischen Daten und Details anzusehen, jetzt plötzlich springt mir die Zahl 2004 ins Auge. Das Album ist schon einige Tage alt, sieben Jahre genau, und klingt zeitlos frisch und modern, als wäre es just entstanden. Bei genauerer Betrachtung kommt im Detail dann doch einiges Alter zur Geltung, so sind in manchen Stücken - partiell - prägende Einflüsse des verblichenen Ambient-Pop-Projektes Enigma zu hören, in Sounds, Stimmen, Harmonien, Arrangements - in eigenständiger Verarbeitung und eigener Komposition. Wo - um die Angrenzung zum Rock zu notieren - bei Enigma Led Zeppelin am Sternenhimmel steht, setzen Thorsten Sudler-Mainz (keys, voc, perc, prog, voices) und Thorsten Rentsch (keys, g, voices, perc, prog) - die hier von etlichen Gastmusikern begleitet werden: Damengesang, Saxophon, Schlagzeug, Gitarre, Dobro, Didgeridoo, Perkussion - auf Pink Floyd. Stilistisch geht das Duo im instrumentalen Bereich facettenreich auf: Electronic, Ambient Sounds, Artrock - Lyrik pur. Stets sehr harmonisch und schöngeistig, einlullend und romantisch, haben die Aufnahmen diesen hinreißenden Klang, der das Zuhören spannend macht. Die Songs sind auf Eingängigkeit orientiert, auf sanfte Unterhaltung, haben indes raffinierte Ideen, und manche instrumentale Ecke und Kante. Überwiegend schwelgt der Sound ambient und schmeichelnd dahin, doch stets brechen dezent extravagante Partien ein: Saxophonsoli, elektrische Gitarren, verschlungene elektronische Pfade.
Sobald eine der Damen mit ihrer zarten und laut eingemixten Stimme ansetzt, werden die Songs zu süßlichem Pop, der wesentlich mehr Kitsch und, mit Verlaub, Schmalz mit sich bringt, als mir lieb ist. Die potentielle Hörerschicht wird das gewiss genau andersherum sehen: die instrumentalen Ausflüge sind die Herausforderung, die Gesangspartien das Schöne!
Der selbst angegebene Vergleich zu Pink Floyd indes ist deutlich schwächer als vielleicht gewünscht. Gewiss auszumachen, aber längst nicht bestimmend. So ist gerade das über 14 Minuten lange "Drift Upon The Sky" eher von Enigma inspiriert und wenn Rock, dann in der leichtesten Art des Alan Parsons Project's. Kommt am besten zur Erholung bei totaler Erschöpfung, innerem Frost und verwirrter Sinnsuche - - -

VM



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